Sonntag. Nichts auf der Agenda. Aber ein Fahrrad in der Garage. Raufgeschwungen und los.

Auf Nebenwegen, wenn möglich. Ich war so lange nicht mehr in den eingezeichneten Dörfern. Mir ist nach Erkundungen. Der alte Laden der Frau Schmid in Dösingen steht noch. Und Frau Brugger sitzt tatsächlich vor dem Haus. Leider hat sie mich nicht mehr erkannt.

Die renaturierte Gennach entlang. Bevor sie in Gutenberg versiegt. Es ist so bitter mit der Trockenheit derzeit. Über Westendorf und vorbei am Grünen Baum (leckere Küche) und eben Gutenberg. Noch nie war ich hier. Peinlich. Und schon gar nicht habe ich Schwäbishofen gesehen. Heute auch nicht. Der Weg führte nach Ketterschwang.

Wo ich im Landgasthof einkehren wollte, von dem mir Heiko so viel Gutes erzählt hat. Aber denkste: August ist alles zu wegen Urlaubs. Ich strample durch wundervoll leere Landschaften und immer noch kühle Wälder zum Georgiberg hinauf. Romanische Kirche mit den erhaltenen Apsisfresken von 1290.


Natürlich ohne Wirtschaft. Die haben ja alle Ferienzeit. Auch in Germaringen. Das ich herunter vom Georgiberg erreiche. Den Ernst Mosch Verlag gibt es noch. Blasmusik stirbt zuletzt. Müde bin ich langsam und hungrig. Dann eben weiter nach Neugablonz und beim amtlichen Vietnamesen Ente in Mangosauce gegessen. Ist ja auch irgendwie lokale Küche… schon…doch.

Zurück über den Fahrradweg via Mauerstetten nach Linden. 23 Kilometer und eine leckere Mangoente im Magen denke ich mir: Es ist entspannend. Und schön. Gerade hier, wo ich als Kind eher Langeweile sah. Heute sind die ruhigen Dörfer an den Endmoränen eine Wohltat. Nichts denken, einfach radeln. Es ist nicht so, dass mir Ideen dabei kommen. Eher nachher, wie die für die Eingangswand. In meinem Radlerkopf ist es wunderbar leer. Ausser vielleicht:
«Doch lieber eine Pizza essen gehen?»
…oder…
«Boh, mir tut der Arsch vom Fahrradsitz weh.»