Jahr. End.

Mit meinem so geliebten Morgenkaffee sitze ich am Tisch von Essen und betrachte den heller werdenden Tag draussen. Pia und Aris schlafen noch, wir hatten einen wundervollen Weihnachtsabend mit Bescherung bei Nini und Roland, haben uns viel erzählt und noch einmal Review passieren lassen. Wenn wir auch nur 20 Stunden hier auf dem LIN DEN HOF sind, ist es ein guter Jahresabschluss. Die vergangenen Monate waren reich an Leben aber auch mit Tod behaftet. Sie waren neu und abschliessend zugleich. Sie haben in mir wunderbare Spuren hinterlassen.

Die WIE SE zeigt Strukturen im kargen Schnee. Bilder von Menschen erscheinen mir darin. Alte Schulfreunde wie Andrea Einfeld, Karl Bartenschlager und Jörg OBI Obermüller haben sich an diesen Tisch nach 40 Jahren hier eingefunden. Viermal LIN DEN KREIS brachte Menschen zusammen, mit denen ich aufgewachsen bin. So trat auch ein Thommi Stottrop wieder in Erscheinung, von dem zusammen mit mir noch zu hören und sehen sein wird, aber dazu im neuen Jahr. Die Runden haben sich als für alle angenehme Kreise entwickelt, ich sehe alle Menschen hier unglaublich gerne, denke an ein Männerwochenende mit meinem Trauzeugen und Tiefenfreund Jimmy, ich denke an einen wundervollen Alpgang Hinauf mit Regina Recht, Anatol Locker, Peter Hunziker und als Gast Reiner Taglinger mit einem grossartigen Dia Vortrag, der in eine Neukkonzeption von Alp hineinführte. Ich denke an die Musik von Anatol Locker und Tom Aschenbrenner mit mir, in der Garage zu Reiners Bildern und auf dem Balkon am 1. Mai als Mai Stubete.

Ich denke natürlich auch an das Sterben und den Tod von Mama, der so friedlich und doch anstrengend und traurig den Advent zerschnitten hat. Das war eine vollkommen andere Dimension eines «zusammen», so intensiv, dass es mich umgekrempelt und neu ausgerichtet hat, vielleicht eine letzte Erziehung meiner Mutter. Ihre Asche ruht jetzt auch unter dem Familienbaum und lässt mich froh an sie denken. Sie wird immer in mir und hier sein.

Ich denke an den 3D Druck und an den ersten zerschlissenen Drucker, der inzwischen billig genug ist, um einfach ausgewechselt zu werden. Ich denke an eine komplett neue Musikwelt, die ich mit den Tonspielen für Abende hier programmiert habe. Ich denke an gebaute Tische und weitere Küchenteile, ich denke an das Voltairezimmer mit seinen Teestühlen und den Pflanzenbildern. An die Sans Souci und Linderhof Bilder, die als grosse und dieses Jahr noch einmal bereiste Vorbilder des LIN DEN HOFs an dessen Wänden hängen und die 3D gedruckten Pflanzen, die es schmücken. Die Bauten sind verfeinert worden und lassen mich gut hier sein. Mein Sehnsuchtsort ist ein fester Bestandteil im Leben geworden, und er fühlt sich wie in meinen Träumen an. Mit dem neuen eScooter komme ich hierher und schliesse ein Haus auf, das mir mit seinen Gästen sehr ans Herz gewachsen ist.

Ich sehe eine kleine Welt, entstanden aus der Not, meiner Mutter ein gutes Alter zu ermöglichen, die nun meiner Familie und mir eine Wunderwelt geworden ist. Das nächste Jahr wird neue Technik (PV Anlage) und einen Umbau des Erdgeschosses für neue Mieter mit sich bringen. Ich freue mich darauf, diese Welt mit mir noch unbekannten Menschen zu teilen und gemeinsam zu erweitern. Diesen Winter habe ich mit 60 Jahren meine Vorrente eingeläutet, die bereits zum Ruhestand hinführt. Ruhe… nein, das bin ich nicht, ich werde auch als Rentner ziemlich aktiv sein. Aber ich komme hier auf dem LIN DEN HOF zur Ruhe und arbeite mich weiter in meine Kreativwelt hinein. Dazu ist dieser Ort für mich da, wenn er nicht gerade Gäste beherbergt.

Das ist schön.

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