Was an der Nordgrenze der WIE SE dieses Jahr entstanden ist, führe ich zur Hauptstrasse hin weiter. Einen Naturzaun. Möglichst gerade gewachsene Äste werden im links-rechts Prinzip an den Pfosten entlanggeschlungen. Naturzäune haben keinen klaren Senkrecht/Waagrecht Look, aber sie verwenden das Material vor Ort und bieten nebenbei heimischen Tieren Unterschlupf. Bei entsprechender Grösse. Der Postbote kommt schon mal drunter…


Ich habe vor allem Haselnusssträucher zusammengeschnitten und die Basis für den Zaun nach Osten gesetzt. Die Pflöcke waren mit das Erste, das ich am LIN DEN HOF aufgebaut habe. Lange standen sie etwas verloren herum, jetzt nach fünf Jahren bekommt alles plötzlich wie von langer Hand geplant Sinn. War es aber nicht. Der Zaun zum Norden zu hat mir den Mut gegeben, das auch an der offiziellen Seite des Zauns durchzuführen. Die Lösung verlangt etwas, das ich eigentlich nicht habe: Geduld. Ich musste ein paar Jahre warten, bis die Äste lang genug waren. Und die Nachbarin ist auch froh, dass die Büsche jetzt nicht mehr bis zum Himmel reichen.
Noch in einem enspricht mir der Zaun: ich bin kein senkrecht/waagrecht Typ. Fehler gehören zu allem, das ich baue. Das in sich Schiefe der Naturzäune lässt sich nicht begradigen, aber dadurch entsteht so etwas wie Charakter. Ich freue mich an der Lösung. Sie entspricht dem Stil des LIN DEN HOFs und hat eine klarer Verbindung zur gewachsenen Natur. Die Äste am Zaun sind ein paar Meter weiter davon entfernt geschlagen. Das kann man nachhaltig nennen. Ich nenne es logisch. Und der Zaun ist eine Anmerkung, soll niemanden abschrecken. Weiter unten im Dorf gibt es Häuser mit himmelhohen Hecken, zum Teil mit Elektrozaun. Das ist Abschreckung. Nicht mehr Stil. Der Naturzaun soll nur sagen: hey, da geht der LIN DEN HOF los. Komm rein, trink einen Kaffee mit mir.

Ach ja, der Naturzaun ist natürlich noch lange nicht fertig, er wird jahrelang noch weiterwachsen. Wie eine Pflanze.