Eine lange Woche geht ihrem Ende zu. Sie war nicht so geschäftig wie schon andere Wochen, nicht hektisch, aber sie war intensiv. Der November war ein guter hier.
Ich mache nichts vor. Die Pflege von Mutter im Hintergrund strengt an. Vier feste Termine am Tag von morgens um Sieben bis abends um Sieben und immer wieder vorbeizuschauen sind ein Seilakt. Ich will für sie da sein und muss doch auch Beruf und mein eigenes Leben damit in Einklang bringen. Stundenlang bei ihr am Stuhl zu sitzen bringt nichts. Also esse ich viel mir ihr, habe ihr heute selbstgemachtes Bananen-Apfel-Mandarinen-Speiseeis gebracht (mochte sie nicht, war ihr zu kalt) und Suppe gekocht. Das findet alles wie ein Hintergrundgeräusch statt. Und vorne rattert die Woche durch:
- Habe gefühlte 100mal Walnüsse geerntet, weil ich immer noch mal welche gefunden habe. Die meisten sind noch mit schwarzer Schale… so gefallen sie mir eigentlich besser… ich werde welche als Deko so lassen.
- Die Hängungen der Gartengeräte ist nun endlich dran, es fehlen aber noch 6 Bohrlöcher und die Maschine dazu ist noch in Zürich.
- Das Laub der Bäume sitzt unter beschwerenden Gittern auf dem Kompost, damit es da nicht mehr weggeweht wird. Ich brauche den Kompost im Frühjahr, um weitere Aufschüttungen an der WIE SE anzusetzen.
- Ich habe Rosmarin und Salbei abgeerntet und eingefroren, damit ich im Winter frische Pesto machen kann.
- Mit der neuen Eismaschine fröhne ich jetzt der Kreation von Frucht- und Joghurteis… erste Idee ist auch gefrorene Zaiziki zur geräucherten Forelle.
- Tatsächlich habe ich jetzt auch so eine Sprudelmaschine mit Sirup und nebenbei noch 10 Liter Birnen- Apfelsaft vom Reisach leergetrunken (Börbs).
- Ausserdem sind schon wieder Weissweinflaschen (Grüner Veltliner) von Lenchen vor der Türe gestanden, wie ärgerlich.
- Die Prints vom herbstlichen Linderhof, die ich an meinem Geburtstag geschossen habe, hängen jetzt an der Wand.
- Endlich habe ich auch die beiden Tische für Wahrnehmen gebaut und mit Leinölfirnis eingelassen. So wie auch das Stirnbrett des Betts und die Klappen der Küche. Das sieht jetzt richtig chic aus.
- Die Küchentische sind getauscht, passen so besser, ich habe den alten Küchentisch zurück in die PDA gestellt. Im Frühjahr kommt der alte Posttisch wieder aus Zürich zurück, der schon in der Münchener WG stand. Zusammen mit dem Clubsessel, der heute noch die SAKR ISTEI in Zürich schmückt. Die Ohrensessel sind wieder im HOF.
- Einen schönen Ast habe ich auch gefunden, der die schwarzen Christbaumkugeln aus Rothenburg ob der Tauber tragen wird. Darunter steht die Krippe an Weihnachten.
- Zum Bürgersteig hin habe ich auf voller Länge einen Naturzaun angefangen, der schon ganz passabel aussieht. Er wird noch wachsen.
- Die morgendlichen Reifwiesen sahen einfach wunderbar aus, die Nächte waren klar und ruhig, Nebel, und tagsüber leuchtete noch das Laub. Immer wieder blieb ich einfach davor stehen oder lief nach der Sauna darüber. Wohltuend, beides.
- Drei neue Webcams sind jetzt zusammengeschaltet und zeigen rund um das Haus den Garten in einen Blick, die neuen Thermostate lassen jetzt auch die Wohnung zimmerweise per Internet vorheizen. Die Familie wird es mir danken.
- Die Zisterne ist ausgelassen, das Wasser abgestellt, der Winter kann kommen….
Ach Mensch, ich wollte doch nicht so viel rumwerkeln die Woche. Aber immerhin: ich habe die Extruder Platine meines Bamboo A1 geschrottet, ich konnte also nichts 3D drucken.
Wichtiger als mein Werkeln waren die Menschen in dieser Woche. Ich mag das Flirren auf dem LIN DEN HOF.
- Das Familiengrab war natürlich an Allerheiligen wichtig, und der Nachmittagskaffee mit der letzten lebenden und sich noch erinnernden Zeitzeugin, meiner geschätzten Doti. Wir haben viel alte Geschichten gewälzt.
- Der LIN DEN KREIS fand doch noch statt und war eine grossartige Begegnung von Kinder- und Jugendfreunden, hatte den «anderen Traum» als Thema… ach ja, es gab Kässpatzen. Und erste Ideen für 2025 kommen auf.
- Karl Bartenschlager schaute eines Mittags vorbei, er arbeitet ja nur 2 Kilometer entfernt in der Firma Schmid, die schon meinen Vater angestellt hatte. Spannende Erzählungen seiner Zeit in Mexiko.
- Sepp Eichhorn kam zu spät, aber er kam und wir hatten wieder einen dieser wundervollen Abende, an denen immer was rauskommt. Und seien es «nur» eine Menge an Lachern.
- Zum Beispiel die geplante Inszenierung von «Ze Allgäu», das zusammen mit Thommi Stottrop (ich werd mich weg, wie geil ist das denn) im Frühjahr als Podcast starten soll.
- Der Alp Call hat die neue Website und das Naming festgelegt. Das klingt jetzt vielleicht etwas kryptisch, aber das wird ein guter Wurf, der Alp 2026 neues Leben einhaucht.
- Das Videoshooting für das letzte IXI Video ging dann doch noch gut (mein erstes Baumumarmen sah einfach nur blöd aus) und wird nächsten Monat dort unten auf der Seite zu sehen sein.
- Und der Herrenabend mit meinem Neffen Bastian war eh wieder episch. Saunen und mit Bier Sitzen vor dem Kamin ist so etwas wie ein Klassiker für uns. Auch wenn das Aufstehen am nächsten Morgen… lassen wir das.
So sieht also eine eher ruhige Woche auf dem LIN DEN HOF aus. Und das meine ich nicht ironisch. Auch wenn ich immer viel – zu viel – dort hineinpacke, findet alles so seine Ruhe in mir und ich sitze da und lächle. Die Hektik der Stadt fällt weg, Musik wird leiser und fadet ganz aus, manchmal gibt es nur noch das mechanische LIN DEN HOF OR CHE STRA zu hören. Und nebenzu habe ich noch das Rezept für Kraut- und Kässpatzen perfektioniert.
Morgen Mittag werde ich mich auf meinen Roller schwingen und zurück nach Zürich fahren. Von zu Hause nach zu Hause. Ich verbeuge mich voller Dank für so ein Leben.
