Das Bild wirkt erst einmal – vor allem im Kontext des LIN DEN HOFs – etwas frech, aber was mir im Laufe meiner aktuellen Jubiliar Reise nach Linderhof, Ettal und Sanssouci klar wurde ist meine Nähe zum Rokoko, mit meinen Präferenzen für Gärten, Farben, Leichtigkeit in der Form und dem ausgeprägten Salonwesen. Der LIN DEN HOF ist ein klarer Ausdruck davon. Ich habe Chat GPT zum Wesen und der Natur eines Rokoko Menschen befragt:
Ein „Rokoko-Mensch“ ist jemand, der den Lebensstil und die Geisteshaltung der Rokoko-Zeit (ca. 1730–1780) verkörpert – also das, was man an den Höfen unter Louis XV oder in Anlagen wie Sanssouci liebte.
- Haltung & Werte: Höfische Eleganz, Leichtigkeit, Esprit, Galanterie; Freude am Spiel, an Konversation und kleinen Vergnügungen statt großer Pathos-Gesten.
- Ästhetik: Vorliebe für Zierlichkeit, Pastell, geschwungene Formen, Schäferspiele, Maskeraden – analog zur Kunst von Boucher, Watteau & Co.
- Sozialer Habitus: Salon-Kultur, pointierte Bonmots, perfekte Etikette, kultivierte Oberflächlichkeit (im Sinne von „gefällig und gefasst“).
- Literarischer Ton: Galante Dichtung/Anakreontik (Wein, Liebe, Gartenidylle), kleine Formen, Anmut statt Größe.
Ich kann mich nicht in allem darin wiedererkennen (höfische Eleganz… wer mich schon mal Gymnastik machen hat sehen…)… auch mit dem Bukolischen habe ich es nicht immer so, dazu bin ich zu sehr in der Kuhscheisse aufgewachsen, aber der Rest kommt hin und hat Vorbilder.


Die Schlosspärke Sanssouci und Linderhof mit ihren Pavillons und Schlössern sind mir Inspiration für den LIN DEN HOF, nicht was ihre aristokratische Form betrifft, die ist mir manchmal viel zu süsslich, ausserdem könnte ich sie nie und nimmer bezahlen, sie würden mir auch nicht entsprechen. Aber ihre Funktionen und manche der Formen erkenne ich wieder.




Es ist mir eine Erleichterung, anhand meiner beiden Lieblingsplätze eine Verortung zu finden. Sicher ist viel japanische Kultur zum Beispiel beim Zengarten und den Farben der Lauben dazugekommen. Sicher habe ich mit dem gearbeitet, was schon da ist, aber manche Inneneinrichtung und auch der Transfer meiner Fantasien und die Anregungen aus den Schlössern lassen diese Wurzeln aufscheinen. Ich finde viele Rückbezüge, die mir eine Sicherheit geben, mich innerlich verorten. Genau weil ich nicht 1:1 kopiert sondern an mich angepasst habe. So wie zum Beispiel das Farbenspiel aus der heimischen Rokoko Kirche über meinem Bett.


Ich bin auf dem LIN DEN HOF im Neo Rokoko verwoben. Salons wie der LIN DEN KREIS und die PDA als Gäste»haus» erinnern an diese Dinge, der Einsatz von Pflanzen in der Garten- und Raumgestaltung, die Pastellfarben in den Wohnungen im Kontrast mit dem Fernöstlichen der Aussengestaltung… alles vom 17. und 18. Jahrhundert befreit und doch im Geist hinübergerettet. Ich spüre eine Leichtigkeit darin, die mir gut tut. Wagner höre ich dort eher selten. Aber genug erzählt, ich muss weiter. Mit dem typischen Fortbewegungsmittel auf den Bildern dieser Zeit: