Während der eine Baum dringend eine Lüftung braucht, finde ich zwei andere Bäume unter den Weiden wachsen und pflanze sie um. Tatsächlich spriessen an der Nordseite die ersten Bäume, da der Bauer nicht bis zum Heckenzaun mäht und deshalb die Wiese zu verstrauchen beginnt. Das geht schnell hinter den windschützenden Ästen und unter den Weiden und dem Walnussbaum.

Es finden sich zu meinem Entzücken auch Eichen und Buchen. Noch nie habe ich sie auf einer Wiese einfach so wachsen gesehen. Und ich hoffe das Umpflanzen an den Weg tut ihnen nicht arg, denn sie werden jetzt ihren ersten ungeschützten Winter und Sommer verbringen.

Der Weg neben den Bäumen wird in etwa drei Jahren wieder mir gehören. Das heisst, das tut er schon längst, aber es liegt noch eine Privatstrasse darauf, deren Wegerecht nun so häufig in Anspruch genommen wird, dass die Gemeinde eine eigene Strasse bauen will. Daneben, und deshalb wird dieser Weg wieder zur WIE SE gehören. Allerdings pflanze ich auch dann nicht die Bäume bis an die Grenze. Dort soll eine Blumenwiese wachsen, ich freue mich auf die Blütenpracht.

Auf der anderen Seite hin zum HOF kommt der Walnussbaum gerade vom Friseur. Waschen, sägen, föhnen. Ich habe ihn in der unteren Astreihe gelichtet, weil die nun fast schon bis zum Boden langten, von einem Pilz befallen waren (DANKE, jetzt haben ihn auch die Apfelbäume daneben) und die Sicht zunehmend von den Hängematten aus versperrten.

Während die einen Bäume sich gerade erst an den Wegrand zu klammern beginnen, entlaste ich die alten Recken und sorge für Durchlüftung. Stundenlang entblättere ich die Äste (später im Herbst, wenn die Blätter gefallen sind, ist es zu spät für einen Schnitt, das tut dem Baum bei Frost nicht mehr gut) und schaffe das wunderbar riechende Blattwerk beiseite. Wie schön so ein Walnuss Baum doch ist. Seine Früchte sind nicht seine einzigen Wunderdinge.

Jetzt ist wieder Licht unter dem Blätterdach, das weit hinauf geht. Walnussbaume können 30 Meter hoch wachsen. Ich habe so das Gefühl, der hier könnte so einer sein. Und vielleicht sagt die Buche und die Eiche eines Tages «hallo» zu ihm. Auf Augenhöhe, aber dann werde ich schon nicht mehr da sein. Das Wissen darum tut mir nur trotzdem schon heute gut.