Session. 1 2 3.

Nach einem Vormittag mit bayerischem Brauchtum schnurrte der Schedule weiter. Die Herren Eichhorn und Richter waren zu Gast, um ihre Rollen im Hörbuchprojekt Glück ein- und aufzunehmen. Ich kann gar nicht sagen, wie glücklich mich ihre lockere, hochprofessionelle Art macht, Stimmen wie den Luzifer, den Papst und einen schmiereigen Pfaffen anzulegen und fehlerlos umzusetzen.

Jürgen Richter

Den Herren Richter kenne ich bisher eigentlich nur aus einer Zusammenarbeit über die Ecke, als er Manuskripte von mir in der Kochshow «Pommes fom Veinsten» um das Jahr 2005 herum zum Besten gab. Als «Hausl'» in der Kabaretistenszene Bayerns bekannt kann Herr Richter eindeutig mehr, ist ein kluger, sehr reflektierter Zeitgenosse und besitzt einen Humor, dass «Du di dau neuflacka kasch». Aber ehrlich.

Sepp Eichhorn

Über Sepp muss ich hier nur wenig Worte verlieren, weil er zum einen ein gefühltes Viertel des LIN DEN HOFs (mit)gebaut hat, mein erster vernünftiger Chef bei Radio NWO war und zudem eine Seele von Mensch ist. Seine stimmlichen Qualitäten hat er schon 1986/87 in meinen «Notizlinger» Comedy Hörspielen gezeigt-. Was lag es also näher, ihm mehrere Rollen anzubieten. Und was soll ich sagen: er hat sie gemeistert.

Dass der Spass nicht einfach nach den Aufnahmen aufhörte, verstand sich bei diesen zwei Vollblutentertainern von selbst. Die Brotzeit wurde zur Session in der Session, ein Witz jagte den anderen. Zum Teufel mit solchen Hörspielen, das Original ist sicher lustiger am Tisch. Und kaum waren die beiden von hinnen nach dannen, klingelte es zum dritten Tagesordnungspunkt an der Türe.

Detlef Hora

Der beste Nachbar von allen und Titelheld dieses Eintrags ist ein begnadeter Saxophonist, Oboespieler. Er ist Vater von drei Kindern, Hausbesitzer (nebenan), Projektmanager bei der Firma Grob… ein 1000sassa. Und er ist über die Jahre ein mir sehr lieber Sessionmusiker und Gesprächspartner geworden. Eine Bereicherung, anders kann ich es nicht sagen.

Und das sieht und hört man auch an den Videos, die ich von unserer Session aufgenommen habe. Wir haben zum über.flug Video von Heiko C. Müller gejammed. Kein Wunder interessieren ihn die Tapes. wir sind dort ja auch über sein Haus geflogen.

Das Setting war eher improvisiert, denn draussen und in hellen Räumen hätten wir die Projektion, auf die wird improvisierten nicht gesehen.

Unglaublich dicht war dieser Tag, mit vielen Impulsen, mit Kreativpartner, die ihr Handwerk verstehen und dabei bewundernswert freundlich und lustig sind. Es war mein Kreativ Fronleichnam, an dem ich von Ort und zu zog, um ein Stossgebet für ein Stück gute Kunst abzugeben.

Mir war als hätte mich der Herr, der alte Sauhund, erhört.