Mai. Stuebete.

Was die Musik betrifft, gibt es eine kleine Tradition auf dem LIN DEN HOF: Die Mai Stuebete. Zum einen, weil man den Tag der Arbeit durchaus mit handgemachter Musik begehen sollte. Zum anderen wurde der LIN DEN HOF durch einen Kaufvertrag mit meinem Onkel am 1.5.2019 in die Welt gebracht. Ich feiere das deshalb ganz gerne.

Dieses Jahr in einer feinen Runde, denn das LIN DEN HOF OR CHE STRA, vertreten durch Thomas (Tom) Aschenbrenner, Anatol Locker und mich, spielte vor ausgewählten Gästen mit Videokamera auf dem Balkon von LIN DEN. Abgeschirmt durch Sonnensegel, denn es war heiss. Aber in einem grossartigen Setting: Japanische Trommeln als Percussion, Ableton als Soundfläche und ein paar kleine Modulsyntheseizer sowie meine Kombination aus E-Kontrabass, Roland Guitar Synth und Stimme. Analog trifft auf digital. Und was soll ich sagen: es funktionierte tadellos.

Anatol hat die Fähigkeit, seine mitgebrachten Samples und Loops auf die anderen Musiker abzustimmen und sie in den Bann der Microtonalität zu ziehen, Tom kann mit seiner Percussion sehr dezidiert auf die Spielweise der anderen eingehen, und ich arbeite mich mehr auf improvisierten Gesang zu, der sich an die Phrasen und neuen Rhythmus anpasst.

Die Kombination daraus hat ohne (!) vorheriges Üben und sich Abstimmen sofort ab dem ersten Track funktioniert. Das liebe ich an solchen Musikern wie den beiden so sehr. Sie verstehen eine Session als Dialog, nicht als Gelegenheit andere an die Wand zu spielen. Man hört sich zu und spielt sich zusammen in Trance. Der Nachmittag verging wie im Flug und ermöglichte sogar noch eine Schnelleinführung in die Antike Lyra durch Barbara Schröder, die zudem noch wunderbare Videos des Ganzen beisteuerte (siehe oben).

Musik ist ein Gleichklang und trägt einen durch die Zeit, sie bringt den LIN DEN HOF zum Klingen. Hier sind angeschnitten fünf der insgesamt acht Stücke, die dabei einstanden. Sie schwingen immer noch in mir nach.

Kuckuck – Die Geschichte von der Freiheit, die sich nicht unterkriegen lässt. 19. Jahrhundert.

Gedanken (frei) – Revolutionärer Balkongroove für den 1. Mai

Corinna – Bob Dylan zurück in den Blues geschickt und neu elektronisiert

Miles would know – Atonales auf einem flirrenden Beat

Schnitter – das Festlied aus dem 16. Jahrhundert

Hochzufrieden mit uns und mit der Lust auf einen Spaziergang liefen wir in die Abenddämmerung hinein. Müde danach aber erfüllt. Musik kann das. Gute Freunde auch. Wenn sich beides noch zusammenfindet, ist es das pure Glück.

2 thoughts on “Mai. Stuebete.”

  1. Hach, das war schön. Danke Harald und Tom, für das schöne musikalische Entree in den Mai, das hat große Freude gebracht.

    1. Deine Stems, die machen Bling Bling, und alles ist vergessen.
      Deine Stems, die machen Bling Bling, und alles ist vergessen.
      Deine Stems, die machen Bling Bling, und alles ist vergessen.
      Deine Stems, die machen Bling Bling, und alles ist vergessen.

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