dominik. fetzer.

Versprochen ist versprochen. Doc Fetzer hat zum Konzert im Aufkircher Brauhaus eingeladen. Und ich habe zugesagt dort den Bass zum Schwingen zu bringen. Tatsächlich habe ich noch nie live mit dem Bass gespielt und wollte einfach auch einmal testen, wie es sich denn für mich zusammenfügt. Eine Band via Bass zusammenzuhalten. Mutig Mutig. Das Ganze habe ich mir nur zugetraut, weil Tom Aschenbrenner ein immer gern gesehener und stetiger Sessionpartner ist, der die Koordination mit seinem Schlagzeug traumwandlerisch in Schwung bringen kann. Und wir haben ja zusammen im Mai eine Stubete auf dem LIN DEN HOF mit fast den gleichen Musikern erlebt und genossen. Also auf.

Das Programm bestand aus 40 Standards zwischen Depeche Mode, Cash, Wolfgang Ambros, Peter Maffay. Durchaus meine musikalischen Wurzeln und letztendlich ohne grosse Probleme reduziert auf dem Bass zu spielen. Kein Fingerverknoten. Die Worship Songs waren nicht so mein Ding, würde ich mich ja nicht als gläubig bezeichnen. Aber man ist Profi und begleitet das wertfrei. Keine Sache.

Wie es klang? Etwa so:

Das Brauhaus hat lecker Bier, der Wirt Dominik Schemp braut selbst, ist sonst eher misantrop, singt aber grossartig. Ich war angetan von seiner Kinetn (Wolfgang Ambros) Version mit Bierglas. Zusammen mit Tom habe ich eher pulsierend und gerade den Bass dazu gespielt. Kein Funk, wenig Synkopen, keine Läufe, eher Grundtöne und Quinten dazu. Ein dienender Bass, kein Marcus Miller. Das könnte ich gar nicht, und wir waren ja da, um Doc Fetzer bei seinem vier Stunden (!) langen Programm zu unterstützen.

Ich habe unglaublich viel an diesem Abend gelernt. Was das Bassspiel angeht (die Blase am Daumen war eher nicht geplant, ansonsten bin ich glaube ich ganz gut durchgekommen), was es bedeutet eine Rhythmusgruppe zusammenzuhalten und dem Act anzubieten. Aber auch, dass man ein Programm lieber festlegen sollte. Ich fand dass der Abend sich selbst viel genommen hat, weil er kein klares Set und vor allem kein Ende hatte. Es ist beim Bassspielen wichtig, die richtige Note im Takt anzuschlagen, aber auch die Note an der richtigen Stelle abzudämpfen. Sonst klingt sie diffus aus. Schade, das haben wir Doc Fetzer nicht klarmachen können, der weniger ist mehr nicht so mag. Allerdings ist das auch sehr sympathisch. Vielleicht will ich auch nur alles formatieren, wie ich das in meinem Umfeld gewohnt bin. Schadet nicht, ein wenig entgrenzt zu werden 😉